RSS Feed

Lichtblick unter dem Schmutz der Jahrhunderte

„Ein Lichtblick unter dem Schmutz der Jahrhunderte“. – Mit diesen Worten umschreibt die Sächsische Zeitung die Restaurierung des Mättigs-Epitaphs im Bautzener Dom. Die Formulierung ist eine Anspielung auf die dicke graue Schicht, die das Kunstwerk seit Beginn des 19. Jahrhunderts überzieht. Viele Besucher des Doms glauben deshalb gar, das acht Meter hohe Monument an der Südseite der Kirche bestehe aus Stein.

Tatsächlich wurde es vor 350 Jahren aus Holz gefertigt. Doch erst durch die behutsame Restaurierung seit 2010 kommen die fein geschnitzten Figuren wieder zur Geltung. Geschaffen wurde sie in den Jahren 1655 bis 1661 von dem in Bautzen ansässigen Bildhauer David Hübner. Und auch die ursprünglich farbige Fassung wird erst jetzt wieder sichtbar.

Dies aus unmittelbarer Nähe zu sehen, ist beeindruckend. So lautete das Urteil vieler Besucher am 4. Juni 2012. Knapp 50 Gäste waren an diesem Abend einer Einladung des Freundeskreises der Dr.-Gregorius-Mättig-Stiftung gefolgt. Unter dem Motto das „Grab des großen Stifters“ sprach im Museum Bautzen zunächst Kai Wenzel vom Kulturhistorischen Museum Görlitz. Er ordnete das Epitaph in die Begräbniskultur der Frühen Neuzeit ein und charakterisierte es als eines der bedeutendsten Ausstattungsstücke dieser Epoche in der Oberlausitz.

Anschließend erläuterte die Restauratorin des Epitaphs, Uta Matauschek, im Dom St. Petri den Fortgang der Arbeiten. Zum Abschluss hatten die Besucher die Möglichkeit, selbst das Gerüst zu besteigen und das Epitaph aus einer einmaligen Perspektive auf sich wirken zu lassen.

Die Veranstaltung ist Teil der Bemühungen zur Restaurierung des Kunstwerks. Die Initiative dazu haben im Herbst 2010 die Dr.-Gregorius-Mättig-Stiftung Bautzen und die Ev.-Luth. Kirchgemeinde St. Petri ergriffen. Holzwurmfraß, Trockenrisse und abgebrochenes Schnitzwerk kennzeichneten zu diesem Zeitpunkt den Zustand des Monuments.  Die Gesamtkosten der Wiederherstellung werden auf 95.000 Euro geschätzt. Finanziert werden die Arbeiten je zur Hälfte aus Spenden und über eine Förderung der Hamburger Hermann Reemtsma Stiftung.

Spenden an
Dr.-Gregorius-Mättig-Stiftung Bautzen. Kreissparkasse Bautzen.
BLZ 85550000. Konto 1000035820
Verwendungszweck: „Spende Mättig-Epitaph“

 

Restauratorin Uta Matauschek, Pfarrer Burkart Pilz (St. Petri),
Dr. Uwe Koch, Stiftungsratsvorsitzender (v.l.)