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Mättig-Festgottesdienst erstmals in Kamenz

St Marien kKamenzErstmals laden die Evangelisch-Lutherische Kirchgemeinde Kamenz und die Dr.-Gregorius-Mättig-Stiftung am  28. September zum Festgottesdienst in die St.-Marien-Kirche der Lessingstadt ein. Gleichzeitig wird an diesem Tag das Mättig-Stipendium verliehen. Die Unterstützung von 1200 Euro geht in diesem Jahr an Martin Christ. Der Doktorand der University of Oxford widmet seine Promotion dem Thema „Reform und Reformation in der Oberlausitz – der Sechsstädtebund 1520 bis 1600“.

Der Vorsitzende des Stiftungsrates, Dr. Uwe Koch, begründet die Vergabe mit der hervorragenden Qualität der Bewerbung sowie mit der Bedeutung des Projekts: „Es handelt sich um ein Forschungsvorhaben von großem öffentlichen und wissenschaftlichen Interesse, da zur Geschichte der Reformation in der Oberlausitz nach wie vor erhebliche Forschungslücken bestehen.“ Das Stipendium soll Recherchen in den Archiven der Oberlausitz, Schlesiens und Tschechiens ermöglichen. Beginnen wird der gebürtige Schwabe mit seiner Forschungsarbeit in Kamenz.

Stipendien in den vergangenen Jahren gingen unter anderem an Absolventen und Doktoranden der Karls-Universität Prag, der TU Dresden und des Sorbischen Instituts in Bautzen. Der Festgottesdienst beginnt um 10 Uhr in der Hauptkirche St. Marien. Im Anschluss sind alle zum einem Kirchencafé bei Mättigbrot und Kuchen eingeladen. Darüber hinaus können sich Interessierte beim „Talk mit Mättig“ über den Arzt, Ratsherrn und Mäzen informieren. Stiftungsratsvorsitzender Dr. Uwe Koch wird im Gespräch mit der Journalistin Miriam Schönbach über das Leben und Wirken Gregorius Mättigs, im Speziellen aber über seine Zeit in Kamenz, sprechen.

Mit der Stadt verband Gregorius Mättig eine enge Beziehung. Er und seine Frau Martha fanden 1634 nach der fast vollständigen Zerstörung Bautzens durch Wallensteins Truppen bei Christoph Faust (1613–1651), Rektor der Ratsschule, ein neues Zuhause. Drei Jahre später verstarb Martha Mättig. Ihre letzte Ruhestätte erhielt sie in einer Gruft der Stadtkirche St. Marien. In deren Zentrum hängt bis heute ein Messingleuchter, den Gregorius Mättig der Gemeinde aus Dankbarkeit stiftete.

In seinem Testament 1650 schrieb der Mediziner: „Zum Gedächtnüs von mir weil ich mich des Gottesdienstes darinnen in meinem Pathmo gebrauchet, auch meine seelig verstorbene Frau Doctorin darinnen begraben ligt.“ Neben dem Leuchter gibt es zwei weitere Mättig-Orte in Kamenz. Die sandsteinerne Grabplatte für Martha Mättig, geborene Rosenhain, befindet sich heute an der südlichen Außenmauer der Marienkirche. Des Weiteren ließ ihr Mann ein hölzernes Epitaph fertigen. Dieses Kunstwerk aus Holz ist in der ehemaligen Klosterkirche St. Annen zu sehen.