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Mättig-Brot gewinnt Goldmedaille

MättigbrotGutes tun – mit Genuss. Diese Eigenschaften verbindet das Bautzener Mättig-Brot. Seit 2008 wird es von den Mitgliedern der Bäckerinnung angeboten, der Erlös kommt sozialen Zwecken zugute. Zudem wird die Qualität jetzt auch von offizieller Seite bestätigt. Das Institut für die Qualitätssicherung von Backwaren (IQBack) verlieh dem Sauerteigbrot die Goldmedaille.

Bei den Tests, die deutschlandweit von unabhängigen Fachleuten vorgenommen werden, kommt es unter anderem Form,  Aussehen, Geruch und Geschmack an. Das Mättig-Brot, das mit Roggenschrot, Leinsamen, Kürbiskernen und Walnüssen gebacken wird, konnte in all diesen Bereichen punkten.

Für die Bäckerinnung Bautzen ist die Auszeichnung eine Bestätigung des eingeschlagenen Weges. „Als Handwerksbäckereien heben wir uns durch individuelle und regionale Produkte vom Markt ab“, sagt Obermeister Lutz Neumann. Zugleich soll die Auszeichnung  das Mättig-Brot bekannter machen. Denn dieses dient nicht nur dem Bäckerhandwerk, sondern auch der Dr.-Gregorius-Mättig-Stiftung. Vom Verkaufspreis von 2,30 Euro pro Brot gehen je 30 Cent an die 2007 neu gegründete Institution.

Hauptziel der Stiftung ist die Förderung von Bildung und Wissenschaft in der Oberlausitz. So vergibt sie jährlich ein Stipendium an einen jungen Wissenschaftler. Zudem unterstützt sie Schul-Projekte.

Trotz ihres jungen Alters blickt die Stiftung auf eine lange Geschichte zurück. Ihr Namensgeber Gregorius Mättig (1585 -1650) wirkte als Arzt und Ratsherr in Bautzen. Bereits zu Lebzeiten erwarb er sich einen Ruf als Wohltäter und Mäzen. Noch größer war die Wirkung der Stiftungen, die er mit seinem Testament errichtete. Sie bestanden fast 300 Jahre ohne Unterbrechung und ermöglichten  mehr als 1.000 jungen Leuten das Studium oder den Schulbesuch.

2007 gründeten Nachfahren aus aller Welt die Stiftung ihres Vorfahren neu. Die Bäckerinnung Bautzen gehörte damals zu den ersten Unterstützern dieser Idee. So wurde mit den Einnahmen aus dem Verkauf des Mättig-Brots bereits ein Bewerbungstraining an der Abendmittelschule Bautzen und der Kauf von Büchern für die Mättig-Grundschule Bautzen finanziert.

Angeboten wird das Mättig-Brot in der Bäckerei Elle, Bäckerei Bäns, Bäckerei Neumann, Bäckerei Wowtscherk (alle Bautzen), Bäckerei Schlappa (Räckelwitz), Bäckerei Thonig (Wilthen), Bäckerei Richter (Kubschütz) und Bäckerei Bläsche (Hochkirch).

Die Rezeptur des Kubschützer Bäckers Stefan Richter lehnt sich an historische Vorbilder an.  „Es ist ein Brot, wie es zu Mättigs Zeiten gebacken wurde. Jede Bäckerei stellt die Zutaten selbst nach dem Rezept zusammen“, beschreibt der Bäcker sein Produkt. Dieses soll nun auch ins deutsche Brotregister des Zentralverbands des Bäckerhandwerks eingetragen werden. Dort werden bis 2012 alle deutschen Sorten aufgenommen, um die einmalige deutsche Brotvielfalt als Weltkulturerbe schützen zu lassen.